Blonde junge Frau mit Gegenlicht
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Mal schön, mal schonungslos

März. Zwei Mädchen, junge Frauen vielleicht – eine aus gutem Hause, doch mit zu großer Freiheitsliebe, die andere aus gewöhnlichen Verhältnissen, doch idealistisch – und ein Mann, der gern Künstler wäre, begeben sich auf eine sorgfältig geplante Reise. Mit ungeahnten Entwicklungen …

Gegenlicht ist für Menschen, denen Houellebecq zu zynisch und Murakami zu kitschig ist. Andere ähnliche Autoren: Charles Bukowski, Chuck Palahniuk, Frédéric Beigbeder, John Niven, Marion Messina, Matias Faldbakken, Sibylle Berg, Virginie Despentes.

Die ersten 100 Seiten: Was passiert?

Die neunzehnjährige Romi ist mit ihrem einfachen Leben zufrieden. Novalie, ein Mädchen aus gutem Hause, hat andere Vorstellungen von Erfüllung: exklusive Diskotheken, Partys, One-Night-Stands. Als Novalie Romi kennenlernt, kann sie das schöne Mädchen nicht dem Schicksal eines monotonen Lebens überlassen. So leicht aber lässt sich Romi nicht vom rechten Weg abbringen. Die Versuche, Romi mit den Reizen nächtlicher Ausschweifungen vertraut zu machen, scheitern. Novalie muss sich etwas anderes überlegen.

Ein paar Highlights

Keine Veränderung, dachte sie, ist das denn wirklich so schlimm? Ein geordnetes Leben? Zu wissen, woran man war, eine klare Erwartung zu haben an die kommenden Jahre: War es nicht möglich, dass darin das Privileg einfacher Leute bestand?

So verflog die Zeit. Am Ende blieb wenig davon – nur kleine Auffälligkeiten, doch die Stunden dazwischen: für immer fort! Ein betrüblicher Gedanke eigentlich, wie viel Zeit im Leben nur Füllmaterial war.

Zeit schien unwichtig. Sie hatte ausreichend davon, genug jedenfalls, dass sie sich für eine Weile dem Eindruck hingeben konnte, die Ewigkeit stünde ihr zur freien Verfügung.

Sie wandte den Kopf zum Fenster, blickte, die Lider halb geschlossen, in den klaren Himmel. Verlor sich, ein schwaches Lächeln auf den Lippen, in Mond und Sternen.

Ein Morgen, an dem der Frühling sich erstmals räkelte, mit Speeren von Sonnenlicht, die sich flach durchs Geäst in halb frosterstarrte, halb taubenetzte Gräser senkten, und Märzveilchen, die sich aus dem schmelzenden Schnee reckten.

»Wo das Handwerk aufhört«, sagte er, »da erst kann die Kunst beginnen. Niemand kann dir beibringen, ein Künstler zu sein; den Weg trittst du allein an. Du kannst dich mit Symbolen, Stilmitteln und Theorien vertraut machen, wie sich ein Handwerker mit Materialien, Werkzeugen und Techniken vertraut macht, doch ein Künstler wirst du davon nicht. Ein Künstler entwickelt sich durch Veranlagung und Erfahrungen aus sich heraus. Oder eben nicht.«

»Wir weinen nicht, wie wir zur Rechtfertigung sagen, der Schönheit wegen, sondern weil wir mit der Vergänglichkeit derselben konfrontiert werden.«

Ein Blick auf die Schuhe ließ vermuten, dass es sich um einen naturverbundenen Menschen handelte, der Tram-pelpfade nicht nur nutzte, sondern sich eifrig an der Entstehung beteiligte.

»Du musst dich entscheiden, ob du beliebt oder besonders sein willst.«

»Manche Menschen neigen zur Vorsicht, manche zur Fantasie, und ich hielt es für nicht ausgeschlossen, dass sich beides in deiner Person vereint.«

War nicht die Toilette, dachte Romi, der einzige legitime Rückzugsort der Zivilisation? Es gab so gut wie keine andere Möglichkeit, außerhalb der eigenen Wände einen Moment zu verschnaufen. Für sich zu sein.

Keine Veränderung, dachte sie, ist das denn wirklich so schlimm? Ein geordnetes Leben? Zu wissen, woran man war, eine klare Erwartung zu haben an die kommenden Jahre: War es nicht möglich, dass darin das Privileg einfacher Leute bestand?

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So verflog die Zeit. Am Ende blieb wenig davon – nur kleine Auffälligkeiten, doch die Stunden dazwischen: für immer fort! Ein betrüblicher Gedanke eigentlich, wie viel Zeit im Leben nur Füllmaterial war.

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Zeit schien unwichtig. Sie hatte ausreichend davon, genug jedenfalls, dass sie sich für eine Weile dem Eindruck hingeben konnte, die Ewigkeit stünde ihr zur freien Verfügung.

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Sie wandte den Kopf zum Fenster, blickte, die Lider halb geschlossen, in den klaren Himmel. Verlor sich, ein schwaches Lächeln auf den Lippen, in Mond und Sternen.

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Ein Morgen, an dem der Frühling sich erstmals räkelte, mit Speeren von Sonnenlicht, die sich flach durchs Geäst in halb frosterstarrte, halb taubenetzte Gräser senkten, und Märzveilchen, die sich aus dem schmelzenden Schnee reckten.

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»Wo das Handwerk aufhört«, sagte er, »da erst kann die Kunst beginnen. Niemand kann dir beibringen, ein Künstler zu sein; den Weg trittst du allein an. Du kannst dich mit Symbolen, Stilmitteln und Theorien vertraut machen, wie sich ein Handwerker mit Materialien, Werkzeugen und Techniken vertraut macht, doch ein Künstler wirst du davon nicht. Ein Künstler entwickelt sich durch Veranlagung und Erfahrungen aus sich heraus. Oder eben nicht.«

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»Wir weinen nicht, wie wir zur Rechtfertigung sagen, der Schönheit wegen, sondern weil wir mit der Vergänglichkeit derselben konfrontiert werden.«

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Ein Blick auf die Schuhe ließ vermuten, dass es sich um einen naturverbundenen Menschen handelte, der Tram-pelpfade nicht nur nutzte, sondern sich eifrig an der Entstehung beteiligte.

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»Du musst dich entscheiden, ob du beliebt oder besonders sein willst.«

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»Manche Menschen neigen zur Vorsicht, manche zur Fantasie, und ich hielt es für nicht ausgeschlossen, dass sich beides in deiner Person vereint.«

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War nicht die Toilette, dachte Romi, der einzige legitime Rückzugsort der Zivilisation? Es gab so gut wie keine andere Möglichkeit, außerhalb der eigenen Wände einen Moment zu verschnaufen. Für sich zu sein.

Leser lieben die Sprache und die Themen

★★★★★

Die Figuren bedienen sich einer, der stilistischen Sicherheit des Autor sei gedankt, Ausdrucksweise, die, haben die Leserinnen und Leser sie einmal verinnerlicht, den Roman zu einem Erlebnis, zu einem stillen Feuerwerk geschliffener Sprachkunst macht. Wann durfte, wann konnte das Lesepublikum in einem Werk der aktuellen deutschen Literatur Wörter wie „Liebreiz“ und „pläsierliches Unterfangen“ finden, lesen – und genießen? — InKulturA-Online

★★★★★

Obwohl die Handlung von »Gegenlicht« in der Gegenwart angesiedelt ist, hatte ich aufgrund der eigentümlichen, besonderen Wortwahl von Autor Patrick Wunsch während des Lesens das Gefühl, als würde ich bei lauem Frühlingswetter unter alten Eichen sitzen und der reizvollen Geschichte geradewegs aus dem Mund eines Geschichtenerzählers auf einem Mittelaltermarkt lauschen.Josephine Katharina Groß, Autorin

★★★★★

Die Leser*innen werden auf dieser abwechslungsreichen Reise nicht nur mit aktuellen politischen Kontroversen und Diskursen konfrontiert, sondern erleben charakterliche Entwicklungen, die einander bedingen und doch gegensätzlicher nicht sein könnten. Für alle, die gerne unterhalten werden, dabei aber kontroverse Themen nicht scheuen und gerne ein wenig philosophieren, ist »Gegenlicht« ein absolutes Muss! — Leserin Miriam F. auf Amazon

★★★★★

Nach »Zeichen von Herbst« ist dem Autor ein Roman gelungen, der genau wie sein Vorgänger zum Nachdenken anregt. Das Setting mag ein anderes sein, vielleicht etwas verwegener und sprunghafter als in dem Debütroman, dies bringt jedoch sehr viel Kreativität und Spontanität in die Handlung. Leser/in auf thalia.de

★★★★★

Nicht nur die Charaktere erlangen manch erstaunliche Erkenntnis auf ihrer Reise – auch mir hat sich beim Lesen so manch neue Ansicht offenbart. Über Moral. Über ideologische Ansätze. Über Selbstfindung. Über Freiheit. Und vor allem über Freundschaft. — Leserin desdem0na auf LovelyBooks

★★★★★

Hoch aktuell und sehr interessant sind die Denkanstöße, die in diesem Roman diskutiert werden. Eine Gegenwartsliteratur, die diesen Titel verdient. Das Lesen von »Gegenlicht« war wirklich eine Bereicherung! Ich kann es jedem nur wärmstens ans Herz legen. — Leser Eric auf bücher.de

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Über den Autor

Autor Patrick Wunsch

Patrick Wunsch wurde am 21. Februar 1988 in Bielefeld geboren, wo er bis heute lebt. Nach dem Abitur studierte er an der Universität Bielefeld Germanistik und Anglistik im Bachelor, gefolgt von einem Masterstudium der Interdisziplinären Medienwissenschaft.

2016, mit dem Einstieg ins Berufsleben, begann die Arbeit am Debütroman, die etwa ein Jahr später weitestgehend abgeschlossen war. Im März 2018 ging es weiter mit dem Nachfolger.

Als Autor möchte Patrick Wunsch künstlerisch und philosophisch interessierten Lesern anspruchsvolle Werke bieten, die mit Poesie und Provokation den Zeitgeist abbilden, unbequeme Wahrheiten auf den Punkt bringen und nicht um jeden Preis konventionellen Formeln folgen. Er möchte Figuren schaffen, die fragwürdige Entscheidungen treffen, aber in ihrem Zwiespalt zwischen Idealismus und Zynismus sympathisch bleiben.

Neben der Literatur betätigt sich Patrick Wunsch als Game Designer (Great Potion Games) und Musiker (träumen von aurora, Beyond Martian Skies).

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Zeichen von Herbst – das Komplementärwerk

Cover Zeichen von Herbst

September. Eine Gruppe von Künstlern und Kunstinteressierten findet sich halb geplant, halb zufällig in einem abgeschiedenen, wohlkonstruierten Anwesen wieder, um ein Leben voll Wonne und künstlerischer Inspiration zu führen. Eine verzweifelte Flucht für die einen, nicht viel mehr als ein interessantes Experiment für die anderen, und für alle die Gelegenheit, etwas Entscheidendes zu lernen: Warum das Elysium der Tod des Künstlers ist und warum man am besten mit einem Bein in Glück und Ordnung und mit dem anderen in Passion und Chaos stehen bleibt.

412 Seiten
Veröffentlicht am 21. Januar 2020
Erhältlich als gebundene Ausgabe, Taschenbuch und E-Book

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